Logo Autorin Jana Thiem

Krimiprojekte

Dresden Krimi - Teil 2 ist in Arbeit

Im Moment befinden sich Kriminalhauptkommissar Humboldt und sein Team auf Einladung der Journalistin Christin Weißenburg auf einem Kurzurlaub in der Oberlausitz. Aber auch in diesem beschaulichen Landstrich passieren unheimliche Dinge. Passenderweise sind die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort ...
 

Die Geschichte dreht sich unter anderem um den Jungfernsprung von Oybin. Und um die Spannung noch ein bisschen höher zu treiben, habe ich Ihnen eine Version der Sage um den Jungfernsprung rausgesucht.
 

Konnte ich Ihr Interesse wecken? Kleine Schmankerl gibt es ab und an vorab bei Facebook.
 

Der Jungfernsprung

In der Lausitz unfern der böhmischen Grenze ragt ein steiler Felsen, Oybin genannt, hervor, auf dem man den Jungfernsprung zu zeigen und davon zu erzählen pflegt:

Vorzeiten sei eine Jungfrau in das jetzt zertrümmerte Bergkloster zum Besuch gekommen. Ein Bruder sollte sie herumführen und ihr die Gänge und Wunder der Felsengegend zeigen; da weckte ihre Schönheit sündhafte Lust in ihm, und sträflich streckte er seine Arme nach ihr aus. Sie aber floh und flüchtete, von dem Mönche verfolgt, den verschlungenen Pfad entlang; plötzlich stand sie vor einer tiefen Kluft des Berges und sprang keusch und mutig in den Abgrund. Engel des Herrn faßten und trugen sie sanft ohne einigen Schaden hinab.

Andere behaupten: Ein Jäger habe auf dem Oybin ein schönes Bauermädchen wandeln sehen und sei auf sie losgeeilt. Wie ein gejagtes Reh stürzte sie durch die Felsengänge, die Schlucht öffnete sich vor ihren Augen, und sie sprang unversehrt nieder bis auf den Boden.

Noch andere berichten: Es habe ein rasches Mädchen mit ihren Gespielinnen gewettet, über die Kluft wegzuspringen. Im Sprung aber glitschte ihr Fuß aus dem glatten Pantoffel, und sie wäre zerschmettert worden, wo sie nicht glücklicherweise ihr Reifrock allenthalben geschützt und ganz sanft bis in die Tiefe hinuntergebracht hätte. 


Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Nr. 321: Der Jungfernsprung. Goethezeitportal